Hepatitis erkennen, vorbeugen und behandeln
Gesundheitsamt informiert anlässlich des Welt-Hepatitis-Tages
Kreis Mettmann. Hepatitis-Erkrankungen gehören weltweit zu den häufigsten Erkrankungen der Leber. Im Kreis Mettmann sind 2024 insgesamt 437 Fälle gemeldet worden. Anlässlich des Welt-Hepatitis-Tags am 28. Juli macht das Gesundheitsamt des Kreises darauf aufmerksam, wie wichtig Aufklärung, frühzeitige Diagnostik und Schutzmaßnahmen gegen Hepatitis sind. „Viele Menschen leben mit einer Hepatitis-Infektion, ohne davon zu wissen, da die Erkrankung über lange Zeit keine oder nur unspezifische Beschwerden verursacht“, erklärt Gesundheitsamtsleiterin Dr. Ruzica Susenburger-Lange. „Besonders viral übertragbare Krankheitsformen wie Hepatitis B und Hepatitis C können unbehandelt zu schweren Leberschäden führen, darunter Leberzirrhose oder Leberkrebs. Gleichzeitig stehen heute wirksame Präventions- und Behandlungsmöglichkeiten zur Verfügung.“
Ein Überblick über die unterschiedlichen Krankheitsformen und wie sich Menschen davor schützen können.
- Hepatitis A:
- Wird als Kontakt- oder Schmierinfektion übertragen.
- Infektionen auch durch verunreinigte Lebensmittel möglich.
- Erfolgt bei Kindern zumeist mit milden oder keinen Symptomen. Dagegen kommt es bei Erwachsenen im Allgemeinen zu Beschwerden, die allerdings zunächst recht unspezifisch sind: Kopf-, Muskel- oder Gelenkschmerzen, Abgeschlagenheit und Appetitverlust, Übelkeit und selten Erbrechen, gelegentlich erhöhte Temperatur, eventuell Schmerzen in der Lebergegend am rechten Rippenbogen.
- Eine Schutzimpfung gegen Hepatitis A ist verfügbar.
- Hepatitis B:
- Eine der weltweit am häufigsten vorkommenden Infektionskrankheiten.
- Übertragbar durch Körperflüssigkeiten, u.a. durch sexuelle Übertragungen, Drogenmissbrauch, sowie unhygienisches Tätowieren, Piercen oder Ohrlochstechen.
- Die Symptome können unterschiedlich stark ausgeprägt sein und sind oft unspezifisch. Zu den häufigsten Symptomen gehören: Müdigkeit, Gelbsucht, Übelkeit und Erbrechen, Appetitlosigkeit, Bauchschmerzen, Gelenkschmerzen.
- Eine Schutzimpfung gegen Hepatitis B ist verfügbar, häufig als Hepatitis A-B-Kombinationsimpfung. Die Hepatitis-B-Impfung wird von der Ständigen Impfkommission (STIKO) empfohlen und ist Bestandteil der Standardimpfungen für Kinder.
- Hepatitis C:
- Übertragung: Drogenkonsum, aber auch durch andere Nadelstichverletzungen sowie unsachgemäßes Tätowieren, Piercen oder Ohrlochstechen.
- Geht bei 80% aller Betroffenen in eine chronische Form über.
- Derzeit ist noch kein Impfstoff verfügbar.
- Schutzmaßnahmen beschränken sich auf die Verhinderung der Ansteckung.
- In drei Viertel der Fälle führt eine akute Infektion mit dem Hepatitis-C-Virus entweder zu keinen oder nur zu milden und unspezifischen Symptomen. Dazu gehören beispielsweise Abgeschlagenheit, Appetitlosigkeit und Übelkeit, Gelenk- und Muskelschmerzen sowie leichtes Fieber. Wenn sich aus der akuten Infektion eine chronische Hepatitis C entwickelt, bleibt diese ebenfalls oft unbemerkt oder verursacht nur unspezifische Beschwerden wie Leistungsschwäche, Juckreiz oder Gelenkschmerzen.
- Medikamentös gut behandelbar, wenn frühzeitig erkannt.
- Hepatitis D:
- Tritt ausschließlich als zweite Infektion bei Personen auf, die bereits mit Hepatitis B infiziert sind.
- Wird vorwiegend über Blut und Blutprodukte übertragen.
- Bei einer frischen Infektion gibt es oft keine Symptome. Es können leichte, grippeähnliche Symptome auftreten, heller Stuhl, dunkler Urin, Fieber oder eine Gelbfärbung der Haut und/oder der Augen. Bei einer chronischen Infektion haben die meisten Betroffenen keine Symptome, bis sie Zirrhose oder Leberkrebs entwickeln. Das häufigste Symptom einer chronischen Hepatitis-B- und -D-Infektion ist Müdigkeit.
- Es existiert kein separater Impfstoff, jedoch wird über die Hepatitis-B-Impfung Schutz gegen Hepatitis D vermittelt.
- Hepatitis E:
- Wird selten von Mensch zu Mensch übertragen.
- Hauptsächlich durch unzureichend gegartes Schweinefleisch sowie Kontakt- und Schmierinfektionen, nebensächlich infolge von Überschwemmungen (verunreinigtes Wasser).
- In vielen Fällen verläuft die Krankheit ohne Symptome. Wenn welche auftreten, dann fühlen sich Menschen oft müde, ihnen ist übel, sie haben Schmerzen im Oberbauch, Fieber und ihre Haut verfärbt sich gelb.
- Derzeit ist kein zugelassener Impfstoff gegen Hepatitis E verfügbar.
- Schutz bieten vor allem gute Lebensmittelhygiene.
Das Gesundheitsamt empfiehlt, den Impfstatus regelmäßig überprüfen zu lassen und bei einem möglichen Infektionsrisiko ärztlichen Rat einzuholen. Informationen zu Schutzimpfungen und Testmöglichkeiten erhalten Bürgerinnen und Bürger in ihrer Hausarztpraxis.
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