Wahnhafte Störungen / Psychosen
Wahnvorstellungen bei älteren Menschen können zahlreiche Ursachen haben und sich auf vielfältige Weise äußern.
Sie können im Rahmen von neurodegenerativen Erkrankungen wie Alzheimer-Demenz oder psychischen Erkrankungen wie Depressionen oder Schizophrenie auftreten. Aber auch organische Ursachen wie Stoffwechselstörungen oder nachlassende Sinnesleistungen sowie soziale Faktoren wie Isolation und Einsamkeit können Wahnvorstellungen begünstigen.
Charakteristisch für den Wahn sind Inhalte, die theoretisch möglich sind, jedoch nicht auf realen Ereignissen basieren. Die Betroffenen empfinden diese Inhalte als wahr und real. Beispielsweise glauben sie, dass der Partner sie betrügt oder die Nachbarn ihnen schaden wollen. Die Betroffenen sind misstrauisch und ängstlich. Sie befürchten beispielsweise, bestohlen oder verfolgt zu werden, oder sie sehen ihre Lebensführung durch andere, die ihnen Böses wollen, beeinträchtigt. Auch Halluzinationen, wie das Hören von Stimmen oder das Sehen von nicht vorhandenen Personen, können auftreten. Diese Überzeugungen sind bei den Betroffenen fest verankert und sind auch bei Konfrontation mit gegenteiligen Beweisen oder Realitäten nicht korrigierbar.
Neben einer medikamentösen oder psychotherapeutischen Behandlung können Seh- und Hörhilfen die zugrunde liegenden Störungen der Realitätswahrnehmung beseitigen und somit auch eine potenzielle Isolation mildern.