Abhängigkeitserkrankungen
Abhängigkeitserkrankungen sind im hohen und höheren Alter weit verbreitet und bleiben häufig unentdeckt oder werden erst spät erkannt. Dies ist zum einen dadurch bedingt, dass die Symptome der Abhängigkeitserkrankung oftmals mit typischen Begleiterscheinungen des Alters, wie Zittern, Stürze und nachlassende körperliche Leistungsfähigkeit verwechselt werden. Zum anderen leben viele ältere Menschen alleine und haben weniger Sozialkontakte.
Grundsätzlich werden ältere alkoholkranke Menschen in zwei Gruppen unterteilt: die sogenannten „Early Onset“ und die „Late Onset“. Zur ersten Gruppe zählen ältere Menschen, die bereits langjährig an einer Alkoholabhängigkeit leiden und mit dieser alt geworden sind. Die zweite Gruppe umfasst Menschen, die erst im fortgeschrittenen Alter eine Alkoholabhängigkeit entwickeln.
Im Alter spielen zudem Medikamentenmissbrauch und -abhängigkeit eine Rolle, insbesondere von Schlaf- und Beruhigungsmitteln.
Die Ursachen für die Entwicklung einer Abhängigkeit im Alter sind vielfältig und müssen differenziert betrachtet werden.
Spezifische Faktoren, wie einschneidende Veränderungen im Lebensalltag, können sie begünstigen. Dies können z.B. der Übergang ins Rentenalter, die Trauer über den Tod eines nahestehenden Menschen, die Auseinandersetzung mit Erkrankungen, eine Altersarmut oder der Verlust des vertrauten Wohnumfeldes sein.
Die Konfrontation mit einem negativen Altersbild der Gesellschaft, die Beschäftigung mit psychisch belastenden Themen, eine soziale Isolation sowie Einsamkeit, wie auch das Gefühl, überflüssig zu sein und das Bewusstsein über die eigene Endlichkeit können zu der Entwicklung beitragen.
Es gibt wirksame Behandlungsmöglichkeiten für Abhängigkeitserkrankungen, die sich im Alter entwickeln, verbunden mit einer guten Prognose hinsichtlich der Abstinenz.