Tigermücken
Tigermücken siedeln sich infolge klimatischer Veränderungen als neuartige Tierart in Deutschland an. Durch sie können Infektionskrankheiten auf den Menschen übertragen werden.
Bitte tragen Sie aktiv dazu bei, die Verbreitung von Tigermücken zu verlangsamen und zu verhindern. Dies trägt wesentlich zum Schutz der Gesundheit der Bevölkerung bei.
Durch den Klimawandel verändert sich nicht nur die globale Umwelt, sondern auch das Ökosystem in unserer Region. Tierarten, die hier zuvor nicht heimisch waren, können sich neu ansiedeln. Manche dieser Tierarten sind für die menschliche Gesundheit von Bedeutung, weil sie gefährliche Krankheiten übertragen können. Diese Tierarten werden Gesundheitsschädlinge genannt. Einen besonderen Gesundheitsschädling stellen Tigermücken (Aedes albopictus) dar. Tigermücken kommen usprünglich aus feuchtwarmen Zonen in Südostasien und auf den Inseln im Pazifischen und Indischen Ozean. Ihre weltweite Verbreitung nimmt durch Klimaerwärmung immer weiter zu. Mittlerweile ist sie in Teilen Süd- und Mitteleuropas beheimatet.
Merkmale einer Tigermücke
Hinsichtlich ihres Aussehens und biologischen Verhaltens unterscheiden sich Tigermücken deutlich von den heimischen Mücken in Deutschland. Tigermücken werden bis zu zehn Millimeter groß und sind auffällig entlang ihres Körpers gefärbt. Die schwarz-weißen Streifen auf ihren Beinen verleiht ihnen ihren Namen. Auf der Brustplatte verläuft mittig eine silberfarbene Linie. Am Ansatz des dunklen Stechrüssels sitzen ebenfalls silbrige Schuppen. Eine weiß-silberne Linie zieht vom Kopf in Richtung des Rückens. Männliche und weibliche Individuen sind sich äußerlich ähnlich. Hinsichtlich ihres Verhaltens fliegen Tigermücken in einem begrenzten Radius rund um ihre Brutstätte.
Bedeutung für die menschliche Gesundheit
Als Gesundheitsschädling können Tigermücken bestimmte Viren in sich tragen, die beim Stich in den menschlichen Körper übergehen und dort eine Krankheit auslösen können. Der Stich wird dabei als schmerzhaft und groß beschrieben.
Diese Krankheiten selbst sind von Mensch zu Mensch nicht übertragbar, können jedoch bei erneutem Stich einer Stechmücke von dieser aufgenommen und an andere Mücken weitergegeben werden. Auch Reiserückkehrende aus Risikogebieten, die unerkannt an diesen "Tropenkrankheiten" erkrankt sind, können als "Reservoir" dienen und nicht betroffene Mücken infizieren. So ist die Krankheit in der Lage, auch zuvor gesunde Menschen zu betreffen.
Beispiele für Krankheiten, die durch Tigermücken übertragen werden können, sind Zika, das Chikungunya- und das Dengue-Fieber. Wie die Namen dieser Krankheiten andeuten, kann der Krankheitsverlauf mit hohem Fieber, aber auch mit Hautausschlag und Gelenk-/Muskelschmerzen einhergehen. Impfstoffe gegen diese Krankheiten stehen in Deutschland derzeit nicht zur Verfügung. Noch ist das Infektionsrisiko in Deutschland als gering zu bewerten, kann aber durch den internationalen Reiseverkehr und den Klimawandel in den kommenden Jahren weiter zunehmen. Prävention ist ein erster wirksamer Ansatz.
Bei allgemeinen Rückfragen zu Tigermücken und zeckenübertragenen Erkrankungen steht Ihnen das Kreisgesundheitsamt zur Verfügung.
Typische Brutstätten und was Sie persönlich tun können
Tigermücken bevorzugen zur Eiablage stehende Gewässer und Wasseransammlungen in Freiflächen und Gefäßen. Die Beseitigung von möglichen Brutstätten ist ein erster Schritt, der Verbreitung von Tigermücken in der Region entgegenzuwirken. Häufig bilden sich in Gärten nach Regenfällen Wasseransammlungen in künstlichen und natürlichen Gefäßen, z. B. Regentonnen, Blumentopfuntersetzern oder Spielzeugen, welche nicht weggeräumt wurden. Maßnahmen zur Beseitigung von Brutstätten sind:
- Regentonnen und Wassertanks möglichst lückenlos verschließen (mit Netzen oder Deckeln)
- Gießkannen nach Gebrauch leeren und auf dem Kopf lagern
- Blumentopfuntersetzer ausleeren
- Sonnenschirmfüße möglichst lückenlos abdichten
- Nicht benutzte Kinderspielzeuge und Wassernäpfe ausleeren und wegräumen
- Wasserabläufe regelmäßig spülen, z.B. mit kochendem Wasser
- Zierteiche und Tümpel regelmäßig mit Frischwasser versorgen, da ökologisch gepflegte Gewässer meist nicht als Brutstätten genutzt werden
Der Einsatz von biologischen Mitteln zur Schädlingsbekämpfung (z. B. Bti-Tabletten) unterliegt der Verordnung über die Meldung und die Abgabe von Biozid-Produkten (ChemBiozidDV). Diese dürfen nur von sachkundigen Personen ausgegeben werden.
Identifikation von möglichen Tigermückenfunden
Expertinnen und Experten von Organisationen wie Kommunale Aktionsgemeinschaft zur Bekämpfung der Schnakenplage (KABS e.V. und dem Leibniz-Zentrum für Agrarlandforschung (ZALF e.V.) helfen bei der Identifikation möglicher Funde von Tigermücken.
Sie haben als Bürgerin oder Bürger die Möglichkeit, Fotos von Stechmücken und Funde einzusenden. Näheres erfahren Sie nachfolgend unter "Weiterführende Informationen" oder im Flyer des Landesamtes für Gesundheit und Arbeitsschutz NRW (LfGA NRW, siehe "Formulare zum Download").
Weiterführende Informationen
Publikationen
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Externe Links
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