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Was tun, wenn Sie das SOS Handzeichen sehen?

Erläuterung für Betroffene und Beobachter im Kreis Mettmann

Das SOS-Handzeichen ist ein diskreter, international verbreiteter stiller Hilferuf, der häufig von Menschen in Situationen verwendet wird, in denen sie nicht laut um Hilfe rufen können – zum Beispiel bei häuslicher Gewalt.

Dabei wird die Handfläche nach außen gezeigt, der Daumen in die Hand gelegt und anschließend von den anderen Fingern umschlossen, sodass er „eingeschlossen“ aussieht. Dieses Zeichen kann im Video-Chat, aber auch im realen Leben verwendet werden, um unauffällig auf eine gefährliche Lage aufmerksam zu machen.

Darstellung der Abfolge des SOS-Handzeichens durch die die Landrätin und ihre Stellvertreterinnen. © Kreis Mettmann

Wenn Sie dieses Handzeichen bei jemandem erkennen, gilt Folgendes:

1. Ernst nehmen und aufmerksam bleiben

Nehmen Sie das Zeichen ernst – es kann ein Hinweis auf eine akute Notlage sein. Beobachten Sie die Situation weiter, ohne denjenigen direkt zu gefährden.

2. Differenziert und sicher helfen

Sofern es sicher möglich ist, nehmen Sie behutsam Kontakt auf – z. B. über ein kurzes, neutrales Signal oder eine Nachricht (wenn Sie digital verbunden sind). Fragen Sie am besten so, dass sie mit Ja/Nein beantwortet werden kann:

    • „Geht es dir gut?“
    • „Soll ich Hilfe rufen?“

oder ähnliches. So lassen sich Risiken minimieren, wenn eine gefährliche Person in der Nähe ist.

3. Polizei und Notruf im Ernstfall

Wenn Sie den Eindruck haben, dass die Person unmittelbar in Gefahr steckt, zögern Sie nicht, den Notruf der Polizei über 110 zu wählen und den beobachteten Hilferuf zu melden. Geben Sie an, was Sie gesehen haben und wo Sie sich befinden.

4. Unterstützungs- und Beratungsangebote weitergeben

Erklären Sie der betroffenen Person, dass es bundesweite und regionale Unterstützungsangebote gibt, die vertraulich, anonym und kostenlos helfen können:

5. Eigene Sicherheit beachten

Versuchen Sie nicht, selbst aktiv körperlich einzugreifen, wenn Sie sich dadurch selbst oder andere gefährden würden. Ihre eigene Sicherheit steht ebenfalls im Fokus. In vielen Fällen ist es sinnvoller, professionelle Hilfe zu informieren und zu mobilisieren