Was das Abwasser über unsere Gesundheit verrät
Gesundheitsamt des Kreises Mettmann wirkt bei innovativer Studie mit
KREIS METTMANN. Infektionsgeschehen eindämmen, noch bevor diese eine akute Herausforderung darstellen – das ist eines der Ziele eines modernen Gesundheitsschutzes. Diesem Ziel ist das Kreisgesundheitsamt Mettmann nun einen großen Schritt nähergekommen. In einer gemeinsamen Forschungsstudie der Universität Duisburg-Essen und des Kreises Mettmann konnten nun wichtige Erkenntnisse über die Verbreitung von Krankheitserregern in der Bevölkerung mittels Abwasseruntersuchungen gewonnen werden.
Die im international renommierten Fachjournal „Frontiers in Public Health“ veröffentlichten Ergebnisse lieferten nicht nur Rückschlüsse auf die Verbreitung verschiedener Viren und Bakterien, sondern zeigten zugleich auf, wie stark einige Antibiotikaresistenzen in der Bevölkerung vertreten sind. „Die Analyse von Abwasserproben ermöglicht es, proaktiv auf mögliche Infektionsgeschehen zu reagieren und frühzeitig Maßnahmen zu ergreifen“, erklärt Dr. Ruzica Susenburger-Lange, Leiterin des Gesundheitsamtes im Kreis Mettmann: „Die Studie zeigte besonders anschaulich, dass auch schwierig zu detektierende Erreger mit dem Instrument der abwasserbasierten Epidemiologie nachgewiesen können, darunter Masernviren und sogar Tuberkulose-Bakterien.“
Für die Untersuchung wurden über einen Zeitraum von sechs Wochen hinweg regelmäßig Abwasserproben aus der Kläranlage in Monheim/Langenfeld gesammelt und anhand molekularbiologischer Methoden analysiert. Besonders interessant für die an der Studie beteiligten Forschenden war der Nachweis resistenter Bakterienstämme im Abwasser bereits Wochen, bevor ein entsprechender Fall über die reguläre patientenbasierte Überwachung an das Gesundheitsamt gemeldet wurde. Dr. Ruzica Susenburger-Lange ergänzt: „Die Integration der gewonnenen Daten in unsere bestehenden Arbeitsabläufe könnte dazu beitragen, gezieltere präventive Maßnahmen zu ergreifen. Zugleich geben sie uns die Chance, der wachsenden Herausforderung antibiotikaresistenter Keime zu begegnen und so zu einem weiterhin leistungsfähigen Gesundheitswesen beizutragen.“
Kliniken und Praxen könnten sich bereits im Vorfeld auf einen Anstieg der Krankenfälle durch einen bestimmten Erreger vorbereiten und beispielsweise entsprechende Medikamente bevorraten. Der Kreis Mettmann sieht in der abwasserbasierten Epidemiologie eine vielversprechende Methode, die das Potenzial hat, den Gesundheitsschutz nachhaltig zu stärken.
Herausgeber
Telefon: 02104 99-1074
Telefax: 02104 73855
E-Mail: presse@kreis-mettmann.de