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Kreis fordert faire Finanzierung kommunaler Aufgaben

Kreis Mettmann bringt Haushalt für 2027 ein

Bild vergrößern: Eine Frau und ein Mann sitzen am Tisch und erklären anderen Menschen etwas. © Kreis Mettmann
Landrätin Dr. Bettina Warnecke und Kreiskämmerer Christian Schölzel haben am 15. Oktober 2026 den Haushalt für das kommende Jahr eingebracht.

Kreis Mettmann. Mit der Einbringung des Haushaltsentwurfs für 2027 hat der Kreis Mettmann seine finanzielle Planung für das kommende Jahr vorgestellt.  Dr. Bettina Warnecke und Kreiskämmerer Christian Schölzel erläuterten dem Kreistag am Donnerstag, 15. Oktober 2026, die wesentlichen Rahmenbedingungen und Herausforderungen. Dabei erneuerte die Landrätin ihre Forderung nach einer fairen Finanzierung kommunaler Aufgaben, weniger Förderbürokratie und nachhaltigen Lösungsansätzen.

„Wir übernehmen mehr als ein Viertel der öffentlichen Aufgaben, erhalten aber nur rund 15 Prozent des Steueraufkommens. Diese strukturelle Unterfinanzierung bringt Kreise und Gemeinden seit Jahren an ihre Grenzen“, erklärte Landrätin Warnecke. Sie forderte Reformen, insbesondere bei der Eingliederungshilfe. Deren Kosten beim Landschaftsverband Rheinland seien seit 2025 um rund 500 Millionen Euro gestiegen. Zugleich betonte die Landrätin die eigenen Anstrengungen des Kreises: „Wir als Kreisverwaltung machen unsere Hausaufgaben: Wir hinterfragen Aufgaben, Strukturen und Abläufe, verschlanken Prozesse und sparen, wo es sinnvoll ist. Aber auch LVR, Land und Bund müssen ihrer Verantwortung gerecht werden. Sie dürfen die Kommunen und Kreise finanziell nicht im Regen stehen lassen.“

Kreiskämmerer Christian Schölzel verwies insbesondere auf die steigenden Sozialaufwendungen: „Der Kreishaushalt 2027 ist von weiterhin stark steigenden Sozialaufwendungen geprägt. Landschaftsumlage und Sozialetat machen allein rund 45,7 Millionen Euro der Kreisumlageerhöhung aus – und damit knapp 70 Prozent.“ Darüber hinaus wirken sich unter anderem auch Besoldungs- und Tariferhöhungen auf den Personaletat aus. „Ich bin davon überzeugt, dass wir zukünftig ohne mindestens ein Moratorium im Sozialstaat die Schere zwischen Einnahmen und Ausgaben nicht mehr zusammenbekommen“, erklärt Christian Schölzel weiter.

In den kommenden Wochen werden die Ausschüsse des Kreistages über den Entwurf beraten. Die Verabschiedung des Haushalts durch den Kreistag ist für den 17. Dezember 2026 geplant.

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