Gemeinsam für besseren Schutz vor häuslicher Gewalt
Austausch zwischen Fachpraxis und Kreispolitik
KREIS METTMANN. Häusliche Gewalt ist keine Privatsache – und wirksamer Schutz gelingt nur, wenn Prävention, Beratung, Opferschutz und Täterarbeit eng miteinander verknüpft sind. Wie das Hilfesystem im Kreis Mettmann weiter gestärkt und Betroffene noch besser erreicht werden können, war Thema des jährlichen gemeinsamen Austauschs des Lenkungskreises des Runden Tisches gegen häusliche Gewalt im Kreis Mettmann und des Sozialausschusses. Dazu kamen die Mitglieder am 7. September 2026 im Mettmanner Kreishaus zusammen.
Im Mittelpunkt standen die bestehenden Präventions- und Unterstützungsangebote im Kreis Mettmann sowie die Frage, welche Angebote und Maßnahmen Betroffene von häuslicher Gewalt benötigen. „Häusliche Gewalt ist keine Privatsache. Wir müssen aufmerksam bleiben, Betroffene stärken und gemeinsam daran arbeiten, Gewalt möglichst früh zu erkennen und zu verhindern“, betont Martin Klemmer, Leiter des Kreissozialamtes.
Auch die Bedeutung von Öffentlichkeitsarbeit wurde hervorgehoben. Denn Hilfe kann nur ankommen, wenn Betroffene und ihr Umfeld wissen, wo und wie sie Unterstützung finden können. Mit Aktionen wie der Plakatkampagne zum SOS-Handzeichen und den Orangenen Gewaltschutzbänken wird im Kreis Mettmann deshalb öffentlich auf das Thema aufmerksam gemacht.
Passend dazu entstand das gemeinsame Foto der Teilnehmerinnen und Teilnehmer vor der Orangenen Gewaltschutzbank im Innenhof der Kreisverwaltung. Die Bank steht symbolisch für das gemeinsame Engagement gegen Gewalt sowie für den Schutz und die Unterstützung von Betroffenen. Über einen QR-Code führt sie niedrigschwellig zu lokalen Hilfsangeboten.
Der Austausch zwischen dem Runden Tisch und der Kreispolitik soll auch im kommenden Jahr fortgesetzt werden.
Runder Tisch gegen häusliche Gewalt
Der Runde Tisch gegen häusliche Gewalt im Kreis Mettmann ist ein zentrales Netzwerk- und Kooperationsinstrument zur Bekämpfung von Gewalt im familiären und partnerschaftlichen Umfeld und ein wesentlicher Baustein im kreisweiten Gewaltschutzkonzept. Er bringt Fachkräfte und Institutionen aus unterschiedlichen Bereichen zusammen, die in ihrer täglichen Arbeit direkt oder indirekt mit den Auswirkungen häuslicher Gewalt konfrontiert sind – darunter Gleichstellungsstellen, Polizei, Justiz, Jugendämter, Sozial- und Gesundheitsdienste sowie spezialisierte Beratungs- und Unterstützungsangebote. Der Runde Tisch arbeitet in verschiedenen Gremien und Arbeitsgruppen, darunter ein Lenkungskreis, der thematische Schwerpunkte setzt, Ergebnisse bündelt und die strategische Ausrichtung koordiniert, sowie spezialisierte Arbeitsgruppen – z. B. zur Prävention und Öffentlichkeitsarbeit.
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