Altersarmut sichtbar machen: Kreis startet Kampagne
Start im kompletten Kreisgebiet am 5. Oktober
Kreis Mettmann. „Altersarmut ist keine Schande. Wegsehen schon“ - so lautet das Motto einer neuen Kampagne des Sozialamts im Kreis Mettmann. Der Startschuss dazu fällt am Montag, 5. Oktober 2026. Ziel der Initiative ist es, für verdeckte Altersarmut zu sensibilisieren und Betroffene leichter über bestehende Unterstützungs- und Beratungsangebote zu informieren.
Denn Altersarmut ist nicht immer sichtbar. Hinter einer unauffälligen Fassade verbergen sich oft finanzielle Sorgen, Unsicherheiten, Scham und Verzicht. Gleichzeitig erreichen Informationen über mögliche Unterstützungsleistungen nicht immer diejenigen, die darauf angewiesen sein könnten. Die Initiative – eine gemeinsame Aktion des Kreises Mettmann und der zehn kreisangehörigen Städte – soll Betroffenen helfen, wichtige Informationen zu erhalten und den Zugang zu Beratung und Unterstützung zu erleichtern.
Die Kampagne wird im gesamten Kreisgebiet auf großflächigen Plakaten sowie auf Postkarten präsentiert, die an zahlreichen öffentlichen, sozialen und gewerblichen Orten ausliegen. So sollen nicht nur diejenigen erreicht werden, die bereits eine soziale Beratungsstelle aufsuchen. Die Informationen sollen auch an Orten sichtbar werden, an denen Menschen ihren Alltag verbringen. „Gerade bei verdeckter Altersarmut ist es wichtig, neue und niederschwellige Zugänge zu schaffen. Menschen müssen nicht erst zu einer Behörde gehen, um auf Unterstützungsmöglichkeiten aufmerksam zu werden. Deshalb bringen wir die Informationen bewusst in den öffentlichen Raum und in alltägliche Lebensbereiche“, erklärt Landrätin Dr. Bettina Warnecke.
Altersarmut kann viele Ursachen haben, etwa unterbrochene Erwerbsbiografien, niedrige Einkommen oder persönliche Schicksalsschläge. Dabei ist es wichtig, nicht die Frage in den Fokus zu rücken, ob die Betroffenen finanziell immer richtig gehandelt haben, sondern zu klären, ob die finanziellen Mittel im Alter ausreichen und welche Unterstützung den Betroffenen angeboten werden kann. „Verdeckte Altersarmut bedeutet häufig auch, dass Menschen ihre finanzielle Situation lange für sich behalten und Unterstützung erst sehr spät suchen. Genau hier wollen wir ansetzen: Niemand sollte sich dafür schämen müssen, wenn die eigenen finanziellen Mittel im Alter nicht ausreichen. Mit der Kampagne möchten wir das Thema aus der Tabuzone holen, informieren und einen möglichst einfachen ersten Zugang zu Beratung schaffen“, erklärt Martin Klemmer, Sozialamtsleiter des Kreises Mettmann.
Vor diesem Hintergrund macht die Kampagne gleichzeitig auf die telefonische Beratung aufmerksam. Unter der Telefonnummer 02104 99-2121 können sich Betroffene vertraulich mit ihren Fragen rund um ihre finanzielle Situation an das Kreissozialamt wenden. Daneben verweist die Kampagne mithilfe eines QR-Codes auf eine eigens eingerichtete Internetseite des Kreises Mettmann, auf der unkompliziert weitere Informationen und Kontaktdaten abgerufen werden können. Sie ist zudem über die Adresse www.kreis-mettmann.de/altersarmut zu finden.
Die städtischen Archivare im Kreis Mettmann haben die drei Motive der Kampagne zur Verfügung gestellt, die verschiedene Situationen aus dem Lebensalltag in der Mitte des 20. Jahrhunderts im Kreis darstellen. Sie rücken jeweils den Wert und die Lebensleistung älterer Menschen in den Fokus und verbinden diese mit einer klaren Botschaft: „Ihr Einsatz und Ihre Arbeit haben diesen Kreis geprägt. Wer so viel gegeben hat, muss heute um nichts bitten.“