Zukunft gestalten: Die Nachhaltigkeitsstrategie des Kreises Mettmann
Nach einem rund eineinhalbjährigen Beteiligungsprozess hat der Kreistag am 16. Juli 2026 die kommunale Nachhaltigkeitsstrategie des Kreises Mettmann beschlossen. Die Strategie beschreibt, wie sich der Kreis Mettmann langfristig nachhaltig entwickeln möchte – wirtschaftlich stark, ökologisch verantwortungsvoll und sozial gerecht. Sie bündelt bestehende Aktivitäten, formuliert gemeinsame Ziele und zeigt konkrete Maßnahmen für die kommenden Jahre auf.
Hier können Sie die Nachhaltigkeitsstrategie vollständig herunterladen:
Worum geht es?
Viele Herausforderungen unserer Zeit hängen miteinander zusammen: Klimaschutz und Mobilität, wirtschaftliche Entwicklung und Fachkräftesicherung, Bildung, soziale Teilhabe oder der Schutz von Natur und Lebensgrundlagen. Entscheidungen in einem Bereich können deshalb Auswirkungen auf viele andere Bereiche haben.
Die Nachhaltigkeitsstrategie schafft einen gemeinsamen Orientierungsrahmen für diese Themen. Sie soll dazu beitragen, langfristige Ziele stärker miteinander abzustimmen, Zielkonflikte frühzeitig zu erkennen und Nachhaltigkeit bei politischen und administrativen Entscheidungen systematisch mitzudenken.
Im Mittelpunkt steht die Frage: Wie kann der Kreis Mettmann auch langfristig ein wirtschaftlich starker, lebenswerter und zukunftsfähiger Standort bleiben?
Was enthält die Strategie?
Die Strategie umfasst Leitlinien, Ziele und insgesamt 156 Maßnahmen in sechs Handlungsfeldern:
- Bildung und Kultur
- Gute Arbeit und nachhaltiges Wirtschaften
- Nachhaltige Mobilität
- Klimaschutz und Klimaanpassung
- Biodiversität und Umweltschutz
- Nachhaltige Verwaltung
Dabei knüpft der Kreis an zahlreiche bereits bestehende Aktivitäten an - beispielsweise im Klimaschutz und in der Klimaanpassung, bei der Förderung nachhaltiger Mobilität, in der interkommunalen Zusammenarbeit oder bei der Unterstützung einer zukunftsfähigen regionalen Wirtschaft.
Die Strategie führt diese Ansätze zusammen und gibt ihnen eine gemeinsame langfristige Ausrichtung.
Warum braucht der Kreis eine Nachhaltigkeitsstrategie?
Nachhaltige Entwicklung ist eine Gemeinschaftsaufgabe. Viele Herausforderungen machen nicht an Stadt- oder Zuständigkeitsgrenzen Halt. Verkehr, Klimaanpassung, Flächennutzung, wirtschaftliche Entwicklung oder Bildungsangebote lassen sich besonders wirksam gestalten, wenn Kommunen, Verwaltung, Politik, Wirtschaft, Wissenschaft und Zivilgesellschaft zusammenarbeiten.
Die Nachhaltigkeitsstrategie soll deshalb
- Orientierung geben, indem sie langfristige Ziele für die Entwicklung des Kreises formuliert,
- Aktivitäten bündeln, die bislang in unterschiedlichen Bereichen verfolgt werden,
- Zusammenhänge sichtbar machen, damit Entscheidungen nicht nur aus der Perspektive eines einzelnen Fachbereichs betrachtet werden,
- Zusammenarbeit stärken – innerhalb der Kreisverwaltung ebenso wie mit den kreisangehörigen Städten und weiteren Akteur:innen,
- und Fortschritte messbar machen, damit die Umsetzung langfristig verfolgt und die Strategie weiterentwickelt werden kann.
Die Ziele und Maßnahmen orientieren sich dabei auch an den 17 Zielen für nachhaltige Entwicklung der Vereinten Nationen (Sustainable Development Goals, SDGs). Sie übertragen diese globalen Ziele auf konkrete Handlungsmöglichkeiten im Kreis Mettmann.
Die Nachhaltigkeitsstrategie entstand von Januar 2025 bis Juni 2026 im Rahmen des Projektes „Prozesskette Nachhaltigkeit NRW“. Begleitet wurde der Kreis dabei durch die Landesarbeitsgemeinschaft Agenda 21 NRW e. V.
An der Erarbeitung beteiligten sich mehr als 40 Organisationen und Institutionen aus Zivilgesellschaft, Wissenschaft, Bildung und Wirtschaft sowie Vertreter:innen der kreisangehörigen Städte und verschiedener Fachbereiche der Kreisverwaltung. So konnten unterschiedliche Perspektiven und Fachkenntnisse in die Ziele und Maßnahmen der Strategie einfließen.
Wie geht es weiter?
Mit dem Beschluss der Strategie ist der Prozess nicht abgeschlossen. Die Strategie bildet vielmehr die Grundlage für die weitere Arbeit. Die Umsetzung der Ziele und Maßnahmen soll regelmäßig betrachtet und weiterentwickelt werden. Perspektivisch soll Nachhaltigkeit außerdem stärker mit bestehenden Planungs- und Steuerungsprozessen des Kreises verbunden werden. So entsteht Schritt für Schritt ein langfristiger Rahmen für eine nachhaltige und lebenswerte Entwicklung des Kreises Mettmann.
Wie wurde die Strategie erarbeitet?
Die Erarbeitung erfolgte im Rahmen des Projektes „Prozesskette Nachhaltigkeit NRW“. In mehreren Arbeitsphasen wurden zunächst der aktuelle Stand analysiert und anschließend Leitlinien, strategische und operative Ziele sowie konkrete Maßnahmen entwickelt.
Hierzu wurde eine Steuerungsgruppe gegründet, die regelmäßig zusammenkam, um die Inhalte der Strategie zu entwickeln. Beteiligt waren neben verschiedenen Fachbereichen der Kreisverwaltung und den kreisangehörigen Städten auch Akteur:innen aus Zivilgesellschaft, Wirtschaft, Wissenschaft und Bildung.
Was hat die Strategie mit der Agenda 2030 zu tun?
Die 193 Mitgliedstaaten der Vereinten Nationen haben 2015 mit der Agenda 2030 insgesamt 17 Ziele für nachhaltige Entwicklung beschlossen. Sie umfassen ökologische, soziale und wirtschaftliche Themen - vom Klimaschutz über Bildung und Gesundheit bis hin zu nachhaltigem Wirtschaften und starken Institutionen.
Kommunen spielen bei ihrer Umsetzung eine wichtige Rolle, da viele konkrete Veränderungen vor Ort stattfinden. Der Kreis Mettmann ist seit 2024 Zeichnungskommune der Musterresolution „Agenda 2030 – Nachhaltigkeit auf kommunaler Ebene gestalten“ des Rates der Gemeinden und Regionen Europas.
Mit seiner Nachhaltigkeitsstrategie übersetzt der Kreis die globalen Nachhaltigkeitsziele auf seine eigenen Aufgaben und Handlungsmöglichkeiten.