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Landrat a.D. Willi Müser ist verstorben

Der Kreis Mettmann trauert um einen hochverdienten und allseits geschätzten Politiker
KREIS METTMANN. Landrat a.D. Willi Müser ist am Montag, 29. Juli, im Alter von 84 Jahren verstorben.
Landrat Thomas Hendele trifft der Tod seines Amtsvorgängers und langjährigen Weggefährten tief: „Der Kreis Mettmann hat mit Willi Müser einen hochverdienten und allseits geschätzten Politiker verloren. Er hat sich um den Kreis Mettmann enorm verdient gemacht. Seine Leistungen werden seinen Tod überdauern. Bleiben wird vor allem die Erinnerung an eine beeindruckende Persönlichkeit, einen engagierten Kommunalpolitiker und vor allem an einen verlässlichen, liebenswürdigen Menschen. Er wird mir fehlen.“
Kaum ein Politiker aus dem Kreis Mettmann hat sich im vergangenen Jahrhundert so für den Kreis Mettmann eingesetzt. Keiner hat nach dem demokratischen Neubeginn Deutschlands nach 1945 mehr im und für den Kreis gestaltet. Ununterbrochen war Müser Mitglied des Kreistages von 1956 bis 1999. Sehr früh übernahm er in der CDU-Kreistagsfraktion Verantwortung, zunächst als stellvertretender Vorsitzender, ab 1965 als Vorsitzender. 1969 wurde er erstmalig zum Landrat gewählt. Dieses Amt übte er bis 1989 und noch einmal von 1994 bis 1999 aus.
Besonders unvergessen ist Willi Müsers beherztes politisches Handeln, als es 1974 um die Rettung des Kreises Mettmann ging. Anlass war die kommunale Neugliederung. Mehrere Referenten- und Gesetzesentwürfe des NRW-Innenministeriums sahen die Auflösung des Kreises vor. Die Städte sollten zum größten Teil Düsseldorf, Wuppertal, Solingen und Essen zugeschlagen und bedeutungslose Stadtteile werden. Mit weiteren Mitstreiterinnen und Mitstreitern hat er erreicht, dass am 1. Januar 1975 der Kreis Mettmann weiter Bestand hatte.
Dabei engagierte sich Willi Müser so sehr, dass der mit der kommunalen Neugliederung befasste erste Beamte des Landes – Ministerialdirigent Dr. Eising – ihn vor dem Landkreistag Nordrhein-Westfalen anerkennend und auch stellvertretend für andere Kreise als einen „Meister der Rundumverteidigung“ lobte. Er bescheinigte Willi Müser zudem Verantwortungsbewusstsein, Einsatzbereitschaft und Initiative in den schweren sachlichen Auseinandersetzungen. Dr. Eisings Nachfolger, Dr. Köstering, stellte später fest, dass die Neugliederung im Bereich des Kreises Mettmann politisch entschieden wurde – und nicht von den Verwaltungsjuristen in den Ministerien. Im darauf folgenden Jahr stritt Müser erfolgreich an der Seite der Monheimer für die Wiedererlangung der Selbständigkeit ihrer Stadt.
Die Reihe seiner weiteren Aktivitäten ist lang. Mit Nachdruck sorgte er für den Ausbau der Behindertenbetreuung und die Herrichtung der dafür notwendigen Einrichtungen – in den Sechzigerjahren noch keine Selbstverständlichkeit. Dass der Kreis Mettmann im 21. Jahrhundert wegen seines hohen Standards in der Behindertenförderung vielerorts beneidet wird Willi Müser hat mit dazu beigetragen. Auch die Kreisschulden haben ihn nie unberührt gelassen. Bei ungezählten Haushaltsberatungen ist er für eine geringe Schuldenlast eingetreten und hat mit dafür gesorgt, dass Schuldenaufnahmen auch immer feste Werte gegenüber standen: Schulneubauten, Kindergärten und moderne Kreisstraßen. Dass der Kreis inzwischen schuldenfrei ist und den künftigen Generationen nicht schon jetzt Gestaltungsmöglichkeiten genommen werden, das hat ihn zum Jahresbeginn 2008 besonders gefreut. Den Satz „Unsere Kinder werden genug Probleme haben – wir dürfen ihnen nicht auch noch hemmungslos gemachte Schulden dazugeben“ hat Willi Müser bereits im Jahr 1997 anlässlich einer Ansprache gesagt.
Nicht vergessen werden darf sein Beitrag zur Gründung der Stiftung Neanderthal Museum und dem damit verbundenen Neubau des Neanderthal Museums. Von 1992 bis 1997 arbeitete er im Vorstand der Stiftung und war einer der Garanten für die Entwicklung des Museums zu seiner heutigen Geltung in Europa und darüber hinaus.
Aber auch den Bundespolitiker Willi Müser gab es. Von 1965 bis 1969 war er Abgeordneter für den Nordkreis im Deutschen Bundestag.
Zu Recht haben ihn drei Bundespräsidenten mit verschiedenen Stufen des Bundesverdienstordens ausgezeichnet: 1978 mit dem Verdienstkreuz am Bande, 1986 mit dem Verdienstkreuz 1. Klasse. 2004 erhielt er das selten verliehene „Große Verdienstkreuz“. Darüber hinaus hat ihn der damalige Ministerpräsident Johannes Rau 1991 mit dem Verdienstorden des Landes Nordrhein-Westfalen geehrt.
„Keine Politik mehr“ und „Ich werde mich in das Tun meiner Nachfolger nicht einmischen“ sowie „Jetzt ist meine Familie dran“, das waren seine Worte beim Ausscheiden aus dem Amt im September 1999. Willi Müser hat sich fest daran gehalten und sein Versprechen eingelöst. Vornehmlich seiner Familie gegenüber, für die er als Ehemann, Vater und vor allem Großvater endlich viel Zeit einbringen konnte.


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