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13.02.2020

Freiwilliges ökologisches Jahr beim Kreis Mettmann

Ein Jahr voller Erfahrungen und Eindrücke

Leonie, Luca und Mark beim Aufbau eines Amphibienschutzzaunes
Leonie, Luca und Mark beim Aufbau eines Amphibienschutzzaunes

KREIS METTMANN. Im Winter machen im Kreis Mettmann viele Tiere und die meisten Pflanzen eine Winterpause. Nicht so die vier Teilnehmer am freiwilligen ökologischen Jahr, die gerade jetzt im Winter ordentlich zu tun haben. Ganz frisch haben sie alle ihren Motorsägenschein bestanden und so können Leonie, Jonas, Mark und Luca mit ihrem Betreuer Robert Scheuß Hecken auslichten, Kopfbäume zurückschneiden und auch mal den einen oder anderen Baum fällen, der beim nächsten Sturm eine Gefahr darstellen könnte.
Gerade kommen sie aus dem Rotthäuser Bachtal. Hier haben sie die langen Weidentriebe zurückgeschnitten. Schneiteln nennt man das. „Alle fünf bis sieben Jahre bekommen die Kopfweiden diesen Schnitt, damit sie nicht auseinanderbrechen,“ erklärt Mark. Leonie ergänzt: ”Die Äste der Weiden bringen wir als Futter ins Wildgehege Neandertal oder in den Wuppertaler Zoo zu den Elefanten. Der Rest des Schnittes wird aufgehäuft und bietet dann Mäusen, Igeln und Insekten einen Unterschlupf."
Kaum wird es wärmer, beginnen die Vorarbeiten für die jährlichen Krötenwanderungen. Vorhandene feste Krötenleitwerke werden freigeschnitten und gesäubert. Denn die Erdkröten und Frösche nehmen auf dem Weg von ihrem Lebensraum zu den Laichgewässern jedes Jahr wieder das Risiko in Kauf, überfahren zu werden, wenn sie eine Straße überqueren. „Die Wanderwege der Amphibien sind bekannt,“ erzählt Jonas. Sein Betreuer Robert Scheuß erklärt: "Wir werden in den nächsten Tagen deshalb niedrige Zäune aus Kunststoffgeflecht entlang der Straßen eingraben. Wenn die Tiere an den Zaun stoßen, wandern sie automatisch an ihm entlang und werden zu den unterirdischen Straßenquerungen geführt, um gefahrlos die Straße zu überqueren. Oder sie landen in Eimern und werden von ehrenamtlichen Helfern über die Straßen getragen.“
Die Krötensaison dauert abhängig vom Wetter zwei bis vier Wochen. Die Arbeit lohnt sich aber. „Es ist toll zu sehen, wie sich aus dem Laich im Gewässer Kaulquappen und dann nach einigen Wochen kleine Kröten entwickeln“, freut sich Leonie.
Außerdem haben die vier jungen Leute im Laufe des Jahres Wiesen auf den Biotopflächen des Kreises gemäht, um den Lebensraum für Insekten, Zauneidechsen und weitere Tiere von Gehölzen frei zu halten. Auf Weideflächen des Geheges haben sie in Handarbeit das Jakobskreuzkraut gezupft. Hin und wieder musste ein Zaun repariert oder eine Infotafel neu aufgestellt werden. Handwerkliches Geschick lernen sie also fast täglich.
Daneben haben die FÖJler die Möglichkeit, zwei Monate im Eiszeitlichen Wildgehege zu lernen, wie „Auerochse“, „Tarpan“ und Wisent gefüttert und gepflegt werden und welche Arbeiten sonst noch in einem Gehege anfallen.
Die FÖJ’ler erhalten ein monatliches Taschengeld (385 Euro) und nehmen während des Jahres an fünf einwöchigen Seminaren zu Umweltthemen mit anderen FÖJ’lern aus dem Rheinland teil. Informationen gibt es auch im Internet unter www.foej.lvr.de .
Wer Interesse hat, ab August ein FÖJ im Natur- und Umweltschutz abzuleisten, kann sich ab sofort beim Kreis Mettmann, Amt 61-3, Düsseldorfer Str. 26, 40822 Mettmann, (susanne.hanst-usorasch@kreis-mettmann.de ) bewerben.

 

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