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16.05.2017 | Artikel

4. Integrationskonferenz des Kreises Mettmann

Arbeitsmarktintegration Geflüchteter braucht mehr als Sprache


Mit 170 Teilnehmern war der Tagungsraum proppenvoll

KREIS METTMANN. Bei der Integration von geflüchteten Menschen in unsere Gesellschaft ist die Integration in den deutschen Arbeitsmarkt ein maßgeblicher Erfolgsfaktor. Gesellschaftliche Teilhabe und Anerkennung sind eng gekoppelt an eine auskömmliche Erwerbstätigkeit.
"Arbeitsmarktintegration von Geflüchteten – Spagat zwischen gutem Gelingen und lehrreichem Scheitern" lautete deshalb jetzt das Thema der 4. Integrationskonferenz des Kreises Mettmann.
Mit 170 Teilnehmern war der Tagungsraum im Hotel Wyndham-Garden in Mettmann bis auf den letzten Platz besetzt. Landrat Hendele stellte in seiner Begrüßungsrede fest: "Wir alle sind uns einig, dass auch im Kreis Mettmann die Aufnahme der vielen in kurzer Zeit zu uns gekommenen Menschen nicht reibungslos, aber dennoch gut verlaufen ist!" Dabei betonte er ausdrücklich: "Ohne das hohe Engagement der zahlreichen ehrenamtlich Tätigen, die unermüdlich die geflüchteten Menschen in vielen Lebenslagen unterstützen, wäre diese Herausforderung nicht zu bewältigen."
Ein Großteil der Menschen, die zu uns geflüchtet sind, spricht kein oder nur wenig Deutsch und beherrscht die deutsche Schriftsprache nicht. Bis ein anerkannter Flüchtling in den Arbeitsmarkt vermittelbar ist, vergehen oft viele Jahre. Die formalen Hürden für den Einstieg in den Arbeitsmarkt sind sehr hoch. Auch wenn bereits Qualifikationen aus dem Heimatland vorhanden sind, sind diese häufig nicht mit den deutschen Vorschriften kompatibel. Zusatzqualifikationen müssen erworben, Prüfungen abgelegt werden.
Genau mit diesen Problematiken beschäftigte sich der ebenso lebhafte wie kritische Vortrag (unter www.integration-me.de abrufbar) von Prof. Dr. Matthias Knuth vom Institut Arbeit und Qualifikation der Universität Duisburg-Essen. Knuth betonte, dass der Schlüssel zur Integration in den Arbeitsmarkt nicht nur der Spracherwerb sei, sondern dass Arbeitgeber und Unterstützer erkennen sollten, wo die Talente, Kompetenzen und Potenziale der Kandidaten liegen, um deren gezielte Begleitung in einen passenden Beruf zu ermöglichen. "Hierbei gilt es vor allem, formale Hürden abzubauen und kompetenzorientierte Arbeitsmarktinstrumente zu entwickeln", so Knuth.
Aber wie schaffen wir das alles? Was ist zu tun? Was können wir besser oder einfacher machen? Wo sind die Lücken oder die Hindernisse im System?
Gemeinsame Erkenntnisse waren am Ende der Konferenz folgende:
• Um möglichst vielen zugewanderten oder geflüchteten Menschen den Einstieg in das Berufsleben zu ermöglichen, ist es notwendig, dass die Zugangsvoraussetzungen erleichtert werden. Projekte, die lediglich auf zwei Jahre angelegt sind, können helfen – aber Integration dauert länger! Daher ist es wichtig, gute Ansätze zu verstetigen und Angebote fest zu implementieren.
• Netzwerke müssen weiterhin dazu beitragen, die Angebote zu bündeln und bedarfsorientiert auszurichten.
• Die schulische Bildung mit der Möglichkeit, einen Schulabschluss zu erzielen, sollte auch jungen Geflüchteten über 18 Jahren eröffnet werden.

Kreisdirektor Martin M. Richter brachte es zum Abschluss der Veranstaltung auf den Punkt: "Wir sind auf dem Weg, wir haben begonnen, sind aber noch lange nicht fertig."

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