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Neuer Kreisarchivar ist seit bald vier Monaten im Amt

Landrat und Kreisarchivar beraten Zukunft des Kreisarchivs
Kreisarchivar Joachim Schulz-Hönerlage im Leseraum des Archivs. In seinen Händen hält er das Amtsblatt der Regierung zu Düsseldorf aus dem Jahr 1816, dem Vorgänger der heutigen Bezirksregierung.
Kreisarchivar Joachim Schulz-Hönerlage im Leseraum des Archivs. In seinen Händen hält er das Amtsblatt der Regierung zu Düsseldorf aus dem Jahr 1816, dem Vorgänger der heutigen Bezirksregierung.

KREIS METTMANN. Joachim Schulz-Hönerlage ist seit bald vier Monaten neuer Kreisarchivar. „Ich habe mich schon ganz gut eingelebt und die Einarbeitung kommt nach und nach. Das Arbeitsklima ist gut“, sagt er lächelnd.
Zuletzt war er stellvertretender Leiter des Stadtarchivs in Ratingen. Jetzt verwaltet er die etwa 2100 Regalmeter des Kreisarchivs. Akten, Zeitungen, Fotos, Mikrofilme, Plakate finden sich darin. Das älteste Stück im Bestand ist eine 1810 gedruckte Fassung des Code Napoleon. Mit Landrat Thomas Hendele berät Schulz-Hönerlage, welche Themen das Kreisarchiv genauer beleuchten und welche Entwicklung es künftig nehmen soll.
„Ich möchte die Wurzeln des Kreises aufarbeiten“, sagt Hendele. Nicht aus allen Vorgängerinstitutionen des Kreises Mettmann liegen Akten vor, der ehemalige Rhein-Wupper-Kreis ist ein Beispiel. Die Geschichte des Kreises und seiner kreisangehörigen Städte ist vielschichtig und beide Gesprächspartner kennen sich damit aus. Schulz-Hönerlage sagt etwa: „In Ratingen geht die Überlieferung bis ins Mittelalter zurück“ und Hendele ergänzt: „Velbert-Nierenhof liegt geschichtlich in Westfalen und Langenfeld ist mit rund 60 Jahren eine sehr junge Stadt.“ Sie sind sich einig: „Die kommunale Neugliederung von 1975 ist ein spannender Prozess.“
Eine zuletzt Anfang der 1990er Jahre veröffentlichte Geschichte des Kreises und seiner Städte soll fortgeschrieben werden. Zum 200-jährigen Jubiläum der Gründung der Landkreise in Preußen ist 2016 eine Publikation geplant. Kreisarchivar und Landrat sind sich auch sicher, dass die Akten zur geplanten CO-Pipeline einen wichtigen Platz im Archiv einnehmen werden. „Das drei Städte und ein Kreis so kritisch widerstreitend gegen einen Weltkonzern vorgehen, ist sehr selten“, sagt Hendele.
Das Kreisarchiv ist daran interessiert, Nachlässe von Personen zu archivieren, die für den Kreis eine besondere Bedeutung haben, etwa die Landräte. Hendele sagt: „Von mir gibt es dort auch ein paar Kartons.“ Er hat die Entstehung des Landes Brandenburg nach 1990 mitgestaltet und Aktenkopien aus dieser Zeit finden sich nun in seinem Archiv. „Die heutigen Brandenburger Kfz-Kennzeichen sind alle auf meinem Tisch entstanden“, sagt Hendele und Schulz-Hönerlage schätzt Nachlässe: „Wenn man den Werdegang und die Beziehungen von politisch Handelnden kennt, kann man ihr Handeln besser verstehen.“
Auch die gesammelten Zeitungen, die etwa seit 1850 im Kreisarchiv aufbewahrt werden, sind Schulz-Hönerlage wichtig: „Wie Nachlässe und Zeitzeugen bieten sie oft eine andere Sichtweise auf Dinge.“
Seinen Vorgänger Ulrich Rauchenbichler, der 2011 in Pension ging, kennt der neue Kreisarchivar seit 20 Jahren: „Er hat gute Arbeit geleistet und ich kann ihn immer anrufen, wenn ich eine Frage habe.“ Über seine Ziele sagt Schulz-Hönerlage: „Ich möchte die Ordnung und Struktur des Kreisarchivs erneuern, das Archiv weiter öffnen und in der Bevölkerung bekannter machen. Dass ich dabei eigene Vorstellungen mit einbringen kann, finde ich spannend.“ Online-Recherche möchte er ermöglichen, denn „die große Öffentlichkeit erreicht man nur noch auf diesem Weg.“ Es ist eine gesetzliche Aufgabe für Gebietskörperschaften, ein Archiv zu führen. „Jeder Bürger hat das Recht, Archivgut einzusehen und zu benutzen. Ein Archiv ist eine demokratische Einrichtung, um Verwaltungshandeln nach zu vollziehen“, sagt Schulz-Hönerlage.
Warum er sich für den Beruf des Archivars entschieden hat, erklärt er so: „Eine mittelalterliche Pergament-Urkunde in den Händen zu halten, sie zu riechen, das ist faszinierend und Geschichte zum Anfassen.“ Die Entwicklung der letzten Jahre habe ihm gezeigt, dass viele Menschen diese Faszination für das Original teilen. Archivführungen, Ausstellungen und Vorträge will er organisieren. Auch Führungen und Fahrten durch den Kreis mit historischen Themen kann er sich vorstellen. Er sagt: „Beim Kreis gibt es andere Themen, andere Perspektiven als in einer Stadt, das reizt mich. Ich möchte daran mitarbeiten, die Kreisidentität auszubilden und zu vertiefen.“
Er hofft auch, Nachwuchs für das Archivwesen beim Kreis ausbilden zu können. In Ratingen hat er das schon gemacht. Geschichtsstudenten sollen im Kreisarchiv Praktika absolvieren und der Landrat hält für die Aufarbeitung geschichtlicher Fragen die Zusammenarbeit mit Hochschulen möglich.
Schulz-Hönerlage ist Diplom-Archivar und trat seine Stelle als Kreisarchivar am 1. Juli an. Seine duale Ausbildung absolvierte er in Marburg an der heutigen Hochschule für Archivwesen und im Nordrhein-Westfälischen Hauptstaatsarchiv in Düsseldorf, dem heutigen Landesarchiv Nordrhein-Westfalen. Im Archiv der Stadt Ratingen arbeitete der 45-Jährige seit 1993. Seit 2004 ist der gebürtige Essener Sprecher des Arbeitskreises der Archive im Kreis Mettmann. Er ist verheiratet und hat einen Sohn.
Das Kreisarchiv, Düsseldorfer Straße 47 in Mettmann, können Bürger von Montag bis Donnerstag zwischen 8.30 bis 12 Uhr und nach Vereinbarung besuchen. Ein Leseraum und eine Bibliothek stehen bereit, die Archivmitarbeiter helfen und Schulz-Hönerlage empfiehlt: „Man muss genau wissen, was man sucht.“

 

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