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Hauptschüler basteln mit Senioren

Kooperationsnetz Schule - Wirtschaft macht Hauptschule Wolverothe und August-von-der-Twer-Haus zu Partnern
Vanessa Offink (links) gipst mit ihrer »Partnerbewohnerin« die Engelsflügel
Vanessa Offink (links) gipst mit ihrer »Partnerbewohnerin« die Engelsflügel

WÜLFRATH. Seit sieben Jahre verbindet die Hauptschule Wolverothe und das benachbarte Haus August-von-der-Twer eine enge Zusammenarbeit. Im Rahmen dieser an das Kooperationsnetz Schule – Wirtschaft (KSW) angeschlossenen Lernpartnerschaft waren jetzt zwölf Schülerinnen und Schüler im sozialen Dienst des Seniorenheims zu Gast, um mit den Bewohnerinnen und Bewohnern gemeinsam Weihnachtsengel zu basteln.
Die Hauptschüler kennen sich in dem Wülfrather Seniorenheim bereits bestens aus. Kein Wunder, denn ein Jahr lang kommen sie alle vierzehn Tage in das Altenheim. Die meisten von ihnen haben bereits eine feste Bewohnerin oder einen festen Bewohner, mit dem sie bei den Besuchen zusammenarbeiten.
Nach kurzer Arbeitsaufteilung durch Mitarbeiterin Brita Bigge-Bender holen die Jugendlichen ihre „Partnerbewohner“ ab und gehen gemeinsam mit ihnen ans Werk: Hand in Hand mit je einem Bewohner schneiden die Schüler Flügel, gipsen Köpfe oder putzen und bohren Holzscheite.
„Es ist wunderschön zu sehen, wie toll sich die Teenager den Senioren gegenüber verhalten. Disziplinprobleme gibt es hier nicht“, freut sich Annegret Helberg, die das Projekt auf Seiten der Schule betreut. Tatsächlich scheinen die Jungen und Mädchen hier ein besonderes Verantwortungsbewusstsein für die älteren Menschen zu entwickeln. „Hier seid ihr meine Mitarbeiter und keine Schüler“, bestärkt sie Bigge-Bender.
Annelis Bode ist heute nur über Umwege dabei. Sie lebt nebenan im betreuten Wohnen, begleitet jedoch täglich ihren im Seniorenheim lebenden Mann bei allen Aktivitäten und ist froh, sich auch hier nützlich machen zu können. „Es ist einmalig, wie sich die Mädchen und Burschen mit uns beschäftigen, dafür können wir dankbar sein, denn das ist nicht selbstverständlich." Die anfänglichen Berührungsängste und Hemmschwellen sind längst überwunden. Mittlerweile hat sich mit den Schülern ein kleiner Freundeskreis entwickelt. Fragend blickt Bode in die Gesichter der Schülerinnen, die sogleich ihre Aussage bestätigen. „Mir macht es großen Spaß mit den alten Menschen zu arbeiten“, stimmt Julia Kinne zu. Die Sechzehnjährige möchte zwar nach ihrem Schulabschluss nicht in den Altenpflegebereich, findet die Kontakte zum Altenheim mit Blick auf die Zukunft dennoch wichtig. Auch Annika Padurschel (17) hat die Besuche schätzen gelernt und sogar bereits ein vierwöchiges Praktikum in dem Seniorenheim in Wülfrath absolviert. Wenngleich der alltägliche Umgang große Herausforderungen mit sich bringt und durchaus stressig werden kann, hat sie gelernt, wie viel Vertrauen die Menschen dem Pfleger schenken. „Man muss immer aufpassen, dass es dem Bewohner gut geht und hat eine große Verantwortung.“
Die über das Jahr verteilten Besuche im Haus August-von-der-Twer sind Bestandteil des Wahlpflichtfaches „Jung und Alt“. Die Theorie bleibt dabei natürlich nicht auf der Strecke. So erfahren die Hauptschüler in diesem Fach zum Beispiel mehr über Demenz oder werden mit einem Rollstuhlführerschein auf den Umgang mit den Bewohnern vorbereitet. „Zu Beginn schließe ich mit jedem Schüler eine Art Vertrag“, erklärt Lehrerin Helberg. Voraussetzung für das Fach ist, dass man durchhält. Denn die Nachmittage im Altenheim sind besonders wichtig, legt Helberg den Jugendlichen immer wieder ans Herz. Wenn ein Schüler nicht mitkommt, gibt es einen Bewohner ohne Betreuung.
Wie bei so vielen Dingen im Leben ist auch hier die zwischenmenschliche Beziehung zwischen den Kooperationspartnern das A und O. „Würden wir uns nicht so gut verstehen und immer wieder aufeinander zugehen, würde das ganze Projekt nicht funktionieren“, gibt Helberg zu bedenken.
Wie viele Engel heute Nachmittag entstehen, weiß zu Beginn niemand. Frei nach dem Motto „Der Weg ist das Ziel“ geht es bei diesem Projekt vorranging nicht um die Erfüllung eines bestimmten Solls, sondern um die Zusammenarbeit der jungen Menschen mit den Bewohnern.
Zu erwerben sind die Himmelsboten auf dem diesjährigen Weihnachtsbasar, der am 15. Dezember im Haus August-von-der-Twer ausgerichtet wird.

 

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