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Freiwilliges Soziales Jahr (FSJ) beim Kreis Mettmann

„Man kommt als Mauerblümchen und geht als starke Person wieder raus.“
Drei junge Menschen, die ein FSJ in der Heilpädagogischen Kindertagestätte leisten.
Drei junge Menschen, die ein FSJ in der Heilpädagogischen Kindertagestätte leisten.

KREIS METTMANN. Morgens die Kinder begrüßen, mit ihnen singen, draußen spielen, auf sie Acht geben, wenn sie schlafen, gemeinsam essen und kreativ sein. Der Arbeitstag von Angelina Sälzer (20), Stefanie Harazim (23) und Dominik Späh (24) ist bunt. Sie leisten ein Freiwilliges Soziales Jahr (FSJ) in der Heilpädagogischen Kindertagesstätte des Kreises Mettmann. 24 Kinder aus Ratingen und Erkrath besuchen die drei Kindergartengruppen am Ratinger Scheifenkamp 8.
Entwicklungsverzögerungen, emotional-soziale Störungen, Autismus, körperliche und geistige Behinderungen gehören zu den Krankheitsbildern der Kinder. „Bedenken haben wir am Anfang alle drei gehabt, Berührungsängste im Umgang mit den Kindern. Ich hatte vor dem FSJ nicht viel mit Kindern zu tun. Am Anfang war ich etwas verhalten, dann habe ich die Nähe der Kinder gesucht.“, sagt Sälzer. Harazim und Späh nicken als sie sagt: „Es hat zwei bis drei Monate gedauert, bis alles gut war, ich mich eingelebt hatte, die Arbeit selbstverständlich geworden ist. Das ist ein sehr schönes Gefühl.“
Sich beruflich orientieren und ausprobieren, den Berufsalltag kennen und meistern lernen, herausfinden, was sie können und wollen, Verantwortung übernehmen, all das waren Ziele, die die drei mit ihrem zwölfmonatigen freiwilligen Dienst verbunden haben. Alle haben mehr erreicht und herausgefunden, als sie zu Beginn hofften. Harazim sagt: „Früher habe ich mich aufgeregt, wenn die Haare mal nicht richtig saßen oder ich Schnupfen hatte. Jetzt weiß ich und fühle, dass es mir sehr gut geht. Man kommt als Mauerblümchen und geht als starke Person wieder raus. Für mich war diese Erfahrung nur positiv.“ Sie hat auch erlebt, dass das FSJ als Referenz bei der Stellen- und Ausbildungssuche gut ankommt, nicht nur im sozialen Bereich: „Es ist vielen Arbeitgebern mehr wert als eine zwei in Mathe auf dem Schulzeugnis.“
Spähs berufliche Vorstellungen haben sich verändert. Vor dem FSJ hat er nach einer kaufmännischen Ausbildung gesucht: „Jetzt beginne ich bald meine Ausbildung zum Heilerziehungspfleger und freue mich, dass ich dann jeden Donnerstag für den Praxistag wieder herkomme.“ Nach der Ausbildung will er Heilpädagogik studieren: „Die Entwicklung der Kinder zu verfolgen, bedeutet mir viel. Ein Kind hat in meiner Zeit hier gelernt, selbst ein Glas zu halten und daraus zu trinken, das war wunderbar mitzuerleben.“ Sälzer und Harazim wissen: „Jungs sind als FSJler sehr, sehr begehrt. Die Hälfte der aktuellen FSJler des Kreises sind männlich und die Kinder fliegen auf sie.“ Harazim wird Erzieherin und hofft, ihr Anerkennungsjahr im heilpädagogischen Kindergarten machen zu können. Verwaltungswirtin heißt der Ausbildungsabschluss, auf den Sälzer ab August hinarbeitet: „Ich bin über die Stelle total glücklich und sicher, dass das FSJ mir dabei geholfen hat, sie zu bekommen.“
Vier Seminare vermitteln während des FSJ mehr Wissen über die Bedürfnisse und Krankheiten der Kinder, was etwa zu tun ist, wenn eines einen epileptischen Anfall bekommt. Sälzer hat auch den Logopäden und Ergotherapeuten bei ihrer Arbeit über die Schultern geschaut und an einem Turnprojekt mitgearbeitet, bei dem die Haltung der Kinder beobachtet wurde. Harazim hat die musikalische Leitung für ein Löwenzahn-Musical übernommen. Es war der Höhepunkt des Kindergartenfests. Sie weiß, was ihr die Arbeit erleichtert hat: „Wir haben ein super Verhältnis zur Kindergartenleiterin. Sie unterstützt uns, wo sie kann, hat Wertschätzung und Anerkennung für uns. Wenn man das spürt, ist es nur halb so schlimm, Windeln zu wechseln oder etwas aufzuwischen.“
Corine Obbes leitet den 1973 eröffneten Heilpädagogischen Kindergarten: „Unsere drei FSJler sind sehr motiviert und engagiert. Ich habe gemerkt, es ist anders, wenn Freiwilligkeit dahinter steckt.“ Harazim, Sälzer und Späh wollen Kontakt halten, untereinander, zum Kindergarten und den anderen Freiwilligen, denn „die Zeit schweißt zusammen.“ Sälzer ist überzeugt: „Ein FSJ ist eine Riesenerfahrung. Wer kann, sollte es machen, sich einfach rein stürzen.“
Wer soziale Arbeit mit behinderten Kindern oder Erwachsenen aktiv und intensiv mit erfahrenen Profis kennen lernen möchte und zwischen 16 und 27 Jahren alt ist, kann sein FSJ beim Kreis Mettmann in den heilpädagogischen und integrativen Kindertagesstätten, den Förderschulen oder im Wohnverbund für erwachsene Menschen mit geistiger Behinderung  leisten. Gerne können Probetage vereinbart werden.
Mehr Informationen über ein FSJ in den heilpädagogischen und integrativen Kindertagesstätten des Kreises Mettmann in Ratingen, Heiligenhaus, Velbert und Langenfeld und dem Wohnverbund für behinderte Erwachsene in Ratingen gibt Gabriele Becker, Tel. 02104 - 99 23 85, gabriele.becker@kreis-mettmann.de . Walter Rüdel informiert über ein FSJ in den Förderschulen des Kreises in Monheim, Langenfeld, Hilden, Mettmann, Velbert und Ratingen. Tel. 02104 – 99 20 47, walter.ruedel@kreis-mettmann.de.

 

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