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Sonderausstellung in der Steinzeitwerkstatt des Neanderthal Museums    
Wir sind alle Afrikaner    

NEANDERTAL.Wie sehr unterscheiden die Menschen sich voneinander und sind wir uns vielleicht ähnlicher, als viele glauben?
Dieser Frage geht eine Sonderausstellung in der Steinzeitwerkstatt des Neanderthal Museums nach.
Dank moderner Molekularbiologie ist es möglich, die Geschichte der Evolution zu entschlüsseln. Ein Ergebnis dieser Forschung ist gerade in der heutigen Zeit, in der Rassismus und Vorurteile immer noch in vielen Teilen der Gesellschaft vorkommen, besonders interessant: Die Erkenntnis, dass die gesamte Weltbevölkerung nahe miteinander verwandt ist. Erst vor rund 50.000 Jahren – gemessen an vielen Millionen Jahren Evolution ein junges Datum – besiedelte der anatomisch moderne Mensch von Afrika aus die ganze Welt. Da Veränderungen in der Evolution innerhalb von vielen tausend Jahren ablaufen, kann man sagen: Ob Amerikaner, Asiaten, Australier oder Europäer – Wir sind alle Afrikaner!
Diese genetischen Erkenntnisse sind nicht nur wissenschaftlich interessant. Gerade in der gesellschaftspolitischen Auseinandersetzung mit rassistischem Gedankengut liefern diese Forschungsergebnisse neue Argumente.
Das Neanderthal Museum nutzt die Chance, diese neuen Forschungsergebnisse mit den bekannten und im Museum ausgestellten Theorien und Erkenntnissen zu verknüpfen. Bis 26. Februar ist die Sonderausstellung „Wir Afrikaner“ in der Steinzeitwerkstatt des Neanderthal Museums zu sehen. „Gleichzeitig bietet die Ausstellung gerade Schulklassen die Gelegenheit, das Thema Rassismus aufzugreifen und im Unterricht zu vertiefen“, erläutert die stellvertretende Museumsleiterin Bärbel Auffermann. „Die Ausstellung ist zwar sehr überschaubar, aber es geht uns um den pädagogischen Effekt.“ Und der kommt durchaus an. Die blauen Stellwände im Foyer der Steinzeitwerkstatt sind zwar in der Tat etwas ungewohnt für Besucher, die eine große Ausstellung erwarten. Inhaltlich jedoch dürfte insbesondere für Schüler Vieles zu erfahren sein.
Woher kommt der Mensch? Wieso gibt es unterschiedliche Hautfarben? Was sind Gene? Wie nah verwandt sind wir mit wildfremden Menschen? Und gibt es überhaupt menschliche Rassen?
Diese Fragen versucht die Sonderausstellung den Besuchern zu beantworten. Eingeleitet wird die Ausstellung mit einem Weg durch die Geschichte der Evolution. Vom Beginn des Lebens vor rund vier Milliarden Jahren bis zum heutigen modernen Menschen. Weiter geht es mit der Frage nach den Unterschieden der Menschen und der Rolle von Mutationen. Am Beispiel verschiedener Augenfarben wird erklärt, welchen Einfluss Mutationen, Gene und die Umwelt auf unser Äußeres, insbesondere Haut-, Haar- und Augenfarbe haben können. Daneben erfährt der Besucher, dass die genetische Verwandtschaft nicht auf bestimmte Regionen beschränkt ist, sondern weltweit Personen gemeinsame Vorfahren haben können. So kann es durchaus sein, dass ein Hamburger näher mit einer Person in Indien verwandt ist, als mit seinem direkten Nachbarn. Die größte genetische Vielfalt ist aber immer noch in Afrika zu finden, dem Kontinent, von dem aus die Menschen in die Welt wanderten, so vermuten die Wissenschaftler. Demnach geht die Verwandtschaft unter der Weltbevölkerung auf die Afrikaner zurück. Genetisch gesehen sind wir also alle Afrikaner. Ein - rein optischer - Unterschied und häufig Nährboden für rassistische Einstellungen und Äußerungen ist die Hautfarbe. Dabei gibt es für die unterschiedlichen Hautfarben auf den Kontinenten durchaus eine einfache Erklärung: Schutz vor der Strahlung der Sonne. So entstanden im Laufe der Zeit die verschiedenen Hautfarben auf der Welt. Auf Kontinenten mit hoher Sonneneinstrahlung dunkle Hauttypen, im Norden die helleren. Der letzte Abschnitt der Ausstellung greift die Problematik des Rassendenkens auf. Wissenschaftler im 18. und 19. Jahrhundert glaubten, es gebe menschliche Rassen, die allein an äußeren Gesichtspunkten auszumachen seien. Heute ist dank modernster Molekularbiologie bekannt, dass es keine genetischen Grenzen oder Rassenmerkmale gibt.
Für alle, die zu der genetischen Verwandtschaft der Menschen noch mehr erfahren möchten, hat das Neanderthal Museum auch schon vorgesorgt. „Wir planen, in den nächsten Jahren eine größere Ausstellung im Museum zu dieser Thematik“, erzählt Bärbel Auffermann. Schließlich handele es sich um ein wichtiges Thema und passe nebenbei auch noch gut ins Konzept des Museums.
Workshopteilnehmer in der Steinzeitwerkstatt haben die Gelegenheit, neben der praktischen Arbeit einen Blick in die Ausstellung zu werfen. Aber auch für alle anderen Interessierten ist die Ausstellung dienstags bis freitags von 14.00 bis 16.00 Uhr und nach Vereinbarung (Tel. 02104/ 97 97 15, E-Mail fuehrung@neanderthal.de) geöffnet. Der Eintritt ist frei.
„Wir Afrikaner“ ist eine Ausstellung der Sächsischen Landeszentrale für politische Bildung, des Max-Planck-Institutes für evolutionäre Anthropologie in Leipzig und des Deutschen Hygiene-Museums in Dresden. Sie wurde von der Integrationsagentur der Diakonie in Düsseldorf ins Rheinland geholt.

Neanderthal Museum, Talstraße 300, 40822 Mettmann, Tel. 02104/97970; Internet: www.neanderthal.de; e-Mail: museum@neanderthal.de; Öffnungszeiten: dienstags bis sonntags, 10 bis 18 Uhr; Eintritt 9 Euro für die Dauerausstellung (inkl. Neanderthaler-Fundort), 7 Euro für die Sonderausstellung, Kombiticket 11 Euro. Ermäßigungen für Gruppen, Familien, Kinder, Studenten, Behinderte.
Partner der www.erlebnismuseen.de

 

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