Hilfsnavigation

Zum Aktivieren des Google-Übersetzers bitte klicken. Wir möchten darauf hinweisen, dass nach der Aktivierung Daten an Google übermittelt werden.
Mehr Informationen zum Datenschutz

Im Pressearchiv suchen

 

120 Teilnehmer und Fachreferenten diskutieren über Sprachentwicklung von Kindern

Sprechenlernen muss im Alltag gefördert werden
KREIS METTMANN. Die Entwicklung der Sprache ist die komplexeste Leistung des menschlichen Gehirns. Ein Viertel der Kinder, die der Kreis Mettmann zwei Jahre vor der Einschulung auf ihre Sprachstandsentwicklung testet, hat jedoch zusätzlichen Förderbedarf. Prävention und Förderung sind daher wichtig. Diese Erkenntnisse nahm Barbara Städtler, Sprachheilbeauftragte des Kreises Mettmann, bereits zum 11. Mal zum Anlass, um Kinderärzte, HNO-Ärzte, Sprachtherapeuten, Logopäden, Erzieher, Physiotherapeuten, weitere Fachleute, Eltern, Selbsthilfegruppen und Vereine aus dem Kreisgebiet zu einem Symposium zur Sprachentwicklung bei Kindern ins Mettmanner Kreishaus einzuladen. "Auf den Mund gefallen? Lähmen schwache Muskeln die Sprache?" lautete der Titel der diesjährigen Veranstaltung. 120 Teilnehmer beschäftigten sich dabei mit der Rolle der Muskeln für den Spracherwerb.
Städtler sagte zu Beginn: „Es beeindruckt immer wieder, wie viele Organe beim Sprechen beteiligt sind und wie viele Muskeln beim Sprechen koordiniert werden müssen, damit wir verständlich sprechen lernen. Anatomisch gesehen ist Sprechen eine hochkomplexe Tätigkeit.“ Durch die Fachvorträge wurde deutlich, dass die Zusammenhänge zwischen der Mundmotorik, der Sprachbildung einzelner Laute und Lautverbindungen nicht allein von der Intelligenz des Kindes abhängt, sondern wesentlich auch vom Muskeltonus und den Erfahrungen, die es motorisch in der frühen Kindheit macht. Erfahrungen, die über eigene Berührungen und die Wahrnehmung gemacht werden, sind wichtige Bausteine und Vorreiter für die kindliche Sprachbildung.
Der Vortrag von Dr. med. Bernd Dietz, Oberarzt im Zentrum für Neuropädiatrie und Entwicklungsneurologie der Vestischen Kinderklinik Witten Herdecke, beleuchtete neuropädiatrische Krankheitsbilder und die damit verbundene Beeinträchtigung der Sprache. Dietz leitet eine entwicklungsneurologische Sprechstunde und ist etwa auch für die medizinische Beratung von Frühförderstellen verantwortlich. Aus seinem Vortrag wurde deutlich, dass die Ursachen für verzögerten oder ausbleibenden Spracherwerb bei Kindern sehr unterschiedlich sein können.
In guter Ergänzung zu den Ausführungen von Dietz verglich Dr. Barbara Giel in ihrem Vortrag Sprachentwicklungsstörung bei Kindern mit und ohne Down Syndrom. Als Sprachheilpädagogin und Gründerin des Instituts für Sprachtherapieforschung Köln mit ihrer Spezialisierung auf Kinder mit Down Syndrom und anderen genetischen Syndromen und Mehrfachbehinderungen berichtete Giel von Kindern mit Down Syndrom, die mit neun Monaten ihre ersten Wörter sprechen, aber auch von denen, die bei Schuleintritt noch kein Wort sprechen. Es gäbe differenzierte Forschungsergebnisse zur Wortschatzentwicklung, dem Sprachverständnis, der grammatikalischen Entwicklung sowie der Kommunikation der Kinder. Angefangen beim Blickkontakt über das Aussprechen von Lauten und Wörtern bis hin zur Bildung von grammatikalisch richtigen Sätzen, sei es ein langer Weg, sagte Giel. Er könne durch Bildmaterialien und frühes Lesen gefördert werden. Giel stellte ihr wissenschaftlich fundiertes Konzept zur sprachtherapeutischen Frühförderung von Kindern mit Down Syndrom vor. Darin beginnt die Sprachförderung bei der Nahrungsaufnahme, beleuchtet das Thema Kommunikation und schließlich das Sprechen. Auch Rituale, Regeln und Lernstrategien, die beim Spracherwerb helfen, sowie Möglichkeiten der unterstützten Kommunikation durch elektronische Geräte wurden von ihr besprochen.
Eine lebhafte Diskussion ergab sich in den Pausen. Viel positive Resonanz auf das Sprachsymposium war zu hören. Die Frage, ob schwache Muskeln die Sprache lähmen, wurde auf dem Symposium klar mit nein beantwortet. Denn auch ohne sprechen zu können, kann sich ein Kind seiner Umwelt mitteilen, mit Blicken, Gesten oder etwa elektronischen Geräten. Das schwache Muskeln das Sprechen lähmen, wurde jedoch von den Fachleuten bejaht. Starke Störungen des Muskeltonuses, der Kiefer, Lippen und Zungenbewegungen oder etwa mundmotorische Störungen haben Einfluss auch die Sprachentwicklung von Kindern. Auch die Frage, wie viel Förderung und Therapie nötig sind und angesichts der Budgetierung der Kinderärzte geleistet werden kann, wurde diskutiert. Festgehalten wurde, dass Sprachtherapie stets auf Basis der individuellen Diagnostik erfolgen muss, Sprache und Sprechen im Alltag von Eltern, Familie, Erziehern, Lehrern und weiteren Kommunikationspartnern gefördert werden müssen und weder zu viel noch zu wenig Unterstützung an die Kinder herangetragen werden sollte.
Mehr Informationen zum Thema gibt die Kreissprachheilbeauftragte Barbara Städtler unter 02104 – 99 2110.


 

Kontakt

Icon für Telefon
02104 99-0
 
Icon für Brief
 
Icon für Adresse
 
Icon für Erreichbarkeit
 

Suche

 
 
© 2020 Copyright Kreis Mettmann