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31.01.2018

Gedenkzeichen für die Opfer des Nationalsozialismus im Neandertal

Siegerentwürfe wurden ausgezeichnet

(v.l.) Stellv. Museumsdirektorin Dr. Bärbel Auffermann, Matthias Braun, Franziska Peter, Maria Anna Dewes, Landrat Thomas Hendele
(v.l.) Stellv. Museumsdirektorin Dr. Bärbel Auffermann, Matthias Braun, Franziska Peter, Maria Anna Dewes, Landrat Thomas Hendele

Auf Anregung des Kreistagsmitgliedes Rainer Köster hatte der Kreistag beschlossen, durch ein Mahnmal der Menschen zu gedenken, die im Neandertal Opfer der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft wurden.
Daraufhin hatte der Kreis im vergangenen Sommer einen Künstlerwettbewerb ausgeschrieben, der auf erfreulich hohe Resonanz stieß: Eingereicht wurden 53 Entwürfe von Künstlern aus ganz Deutschland, und sogar aus Österreich, aus den Niederlanden und aus Rumänien gab es Einsendungen.
Eine Jury wählte Ende November die drei Siegerentwürfe aus.
Jetzt (Mittwoch, 31. Januar) waren die drei Preisträger zur offiziellen Preisverleihung ins Neandertal (Café No. 1) eingeladen. In Gegenwart von Vertretern aus Politik und Verwaltung und natürlich der Wettbewerbsjuroren würdigte Landrat Thomas Hendele die preisgekrönten Entwürfe und ihre Urheber.

Der erste Preis (dotiert mit 1.500 Euro) ging an Franziska Peter aus Berlin.
Ihr Gedenkzeichen-Entwurf "Heller Schatten" stellt die Silhouette eines an den Händen gefesselten Menschen dar, der den Kopf im Schmerz oder flehend zurückwirft. Das Material ist sandgegossenes Glas. Die Hauptflächen weisen eine unterschiedliche Textur auf: Eine Seite ist glatt, die andere Seite hat eine körnig-milchige Oberfläche.
Der Titel ist – wie die Künstlerin in ihrer Bewerbung ausführt – vielschichtig: Zum einen assoziiert die Silhouette je nach Sonnenstand und Wetterlage einen halbtransparenten Schattenriss, zum anderen ist "heller Schatten" auch ein medizinischer Begriff und bedeutet in der Röntgendiagnostik häufig einen Krebsbefund. Der Krebs dient Franziska Peter als Metapher für das Gedeihen rechtspopulistischen Gedankenguts und den Aufstieg rechtspopulistischer Bewegungen.
Die Silhouette ist 1,90 Meter hoch, ca. 80 Zentimeter breit und 7 Zentimeter dick; der Text befindet sich auf einem separaten Edelstahlschild, dessen Größe und Standort den Gegebenheiten angepasst wird. Schild und Figur hat die Künstlerin bewusst voneinander getrennt, um "die Zwiesprache zwischen Betrachter und Gedenkzeichen nicht zu unterbrechen".

Den zweiten Preis (mit 1.000 Euro dotiert) erkannte die Jury Matthias Braun aus Würzburg zu. Sein Entwurf für das Gedenkzeichen trägt den Titel "Wunden der Geschichte". Es handelt sich um eine 2,60 Meter hohe Stele aus Stein. Die perfekte Anmutung des Steins ist durch rot eingefärbte Risse bewusst gestört. Die eingefrästen Vertiefungen, mit rotem Kunstharz ausgegossen, sind als Symbol für Verwundungen zu sehen. Die Geschichte hat ihre Spuren hinterlassen. Die Schrifttafel aus Glas mit Siebdruck ist an der Vorderseite angebracht.

Den dritten Preis (mit 500 Euro dotiert) erhielt Maria Anna Dewes aus Düsseldorf. Ihr Gedenkzeichen-Entwurf hat keinen Titel. Es handelt sich um einen rot eingefärbten 2,50 Meter hohen Betonquader. Die Vorderseite zeigt eine menschliche Figur als Negativform als Symbol für die Menschen, die durch das Geschehen im Neandertal "ausgelöscht" wurden. Die Rückseite wird zu etwa zwei Dritteln von der Inschrift bedeckt.

"Die hohe Beteiligung an dem Wettbewerb hat gezeigt, dass Künstlerinnen und Künstler offenbar ein großes Interesse haben, die Erinnerung an die Opfer der Schreckensherrschaft des Nationalsozialismus wach zu halten", konstatierte Landrat Thomas Hendele. Sicher spiele auch der Ort – das Neandertal – eine große Rolle für das Interesse der Künstler, ergänzte er: "Der Neandertaler ist weltberühmt, und der Kreis Mettmann arbeitet daran, das berühmte Tal nun unter Berücksichtigung des Naturschutzes auch in einen angemessenen Zustand zu versetzen."
In diesem Zusammenhang soll u.a. zwischen dem Museumsparkplatz und der geplanten Museumsbrücke ein „Auftaktplatz“ entstehen, der auch Standort für das Gedenkzeichen sein wird.
Der Auslobung entsprechend kommt der Siegerentwurf von Franziska Peter zur Ausführung. Die Realisierung ist mit dem Abschluss der Baumaßnahmen im Zuge des Masterplans Neandertal für 2019 geplant.


Informationen zu den Preisträgern:

1. Preis: Franziska Peter,
lebt und arbeitet in Berlin, Jg. 1980 (die Jüngste der drei Preisträger)
Studium:
• zunächst ein Studium der Kunstgeschichte und Anglistik am der Humboldt-Universität in Berlin begonnen;
• 2002 Aufnahme des Kunststudiums an der Hochschule für Kunst und Design Halle – Burg Giebichenstein, zunächst im Bereich „Konzeptkunst, Buch“, dann ab 2003 Wechsel zum Fachgebiet Bild/Raum/Objekt/Glas an der gleichen Hochschule
• 2008 Abschluss mit Diplom
Preise:
• 2006: ausgezeichnet mit dem Kunstpreis der Stadt Munster (Lüneburger Heide)
• 2009: Graduiertenstipendium des Landes Sachsen-Anhalt
Einzelausstellungen in Leipzig, Halle und Magdeburg
Teilnahme an zahlreichen Gruppenausstellungen

2. Preis: Matthias Braun,
lebt und arbeitet in Würzburg
Studium:
• zunächst Studium Philosophie, Soziologie und Politologie begonnen,
• dann ab 1995 Studium der Architektur an der FH Würzburg mit Abschluss Diplom-Ingenieur; Tätigkeit in verschiedenen Architektenbüros, betreibt seit 2006 ein Büro für Architektur, Design, Kunst und Visualisierung
Preise:
• 2010 ausgezeichnet mit dem Preis für Junge Kultur der Stadt Würzburg und
• 2014 mit dem Kulturförderpreis der Stadt Würzburg
erfolgreiche Teilnahme an diversen Kunstwettbewerben mit Realisierung der Entwürfe, z.B. eine Gedenkstätte für die Opfer des Nationalsozialismus in Schwetzingen
Einzel- und Gruppenausstellungen

3. Preis: Maria Anna Dewes
lebt und arbeitet in Düsseldorf,
zunächst Studium an der FH für Kunst und Design in Köln, anschließend Studium an der Kunstakademie Düsseldorf bei Klaus Rinke und Fritz Schwegler. Meisterschülerin bei Fritz Schwegler.
Förderungen und Stipendien:
• 1988 Künstlerförderung der Stadt Düsseldorf
• 1989 Stipendium Kunstfonds e.V. Bonn
• 1997 Residenz-Stipendium des “Delfina Studios Trust” in London
• 1997 Katalogförderung durch die Stiftung Kunst und Kultur des Landes NRW.
zahlreiche Einzel- und Gruppenausstellungen
Arbeiten befinden sich im Museum Kunstpalast in Düsseldorf, im Museum Boijmans van Beuningen in Rotterdam und in privaten Sammlungen, z.B. von Julia Stoschek, Andreas Gursky oder Thomas Struth.

Die Jury war wie folgt besetzt:
Andreas Benoit, DIE PIRATEN
Waldemar Madeia, CDU
Manfred Schulte, SPD
Klaus Müller, FDP
Nils Lessing, Bündnis 90/DIE GRÜNEN
Rainer Köster, Die Linke
Peter Ratajczak, UWG-ME
Caterina Klusemann/Dr. Jens Pyper, direkte Anwohner
Dr. Bärbel Auffermann, Neanderthal Museum
Ulrike Haase, Kreisverwaltung
Joachim Schulz-Hönerlage, Kreisarchivar
Jürgen Kaumkötter, Kunstexperte (Zentrum für verfolgte Künste Solingen)

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