Acht Wochen Kultur mit schaurigen Anklängen
2. neanderland-Biennale startet

NEANDERLAND. Nach der gelungenen Premiere vor zwei Jahren veranstalten der Kreis Mettmann und seine zehn Städte jetzt die 2. neanderland-Biennale. Das Motto des kreisweiten Kulturfestivals lautet diesmal "Unheimliche Orte". Vom 20. April bis zum 15. Juni erleben Wagemutige und Gruselfans in allen zehn Städten schaurig-schöne Lesungen, Konzerte, Theater und (Kunst-)Ausstellungen.

Heimliche und unheimliche Orte werden zu Schauplätzen, und es werden nicht immer Orte sein, die dem Publikum als kulturelle Veranstaltungsorte vertraut sind, zum Beispiel ein verwaistes Fabrikgelände, ein leerer Heizungskeller, eine Kompostierungsanlage sowie historische Gemäuer. Prominente Vorleser (Gabriele Krone-Schmalz, Dirk Bach, Bodo Primus, Wolfgang Hohlbein) rezitieren oder singen (Britta Kungney, Eva Maria Hagen). Ateliers im neanderland werden zu "Tatorten" künstlerischer Aktionen und die Museen eröffnen mit Sonderausstellungen ungewohnte Einblicke in historische Orte wie zum Beispiel in das Salzbergwerk und Gräberfeld von Hallstatt (Neanderthal Museum) oder in 13 inszenierte Kammern des Schreckens (Deutsches Schloss- und Beschlägemuseum in Velbert). Im Wilhelm-Fabry Museum in Hilden kann sich der Besucher in die Wirkungsstätte von Zahnbrechern und Zahnreißern zurückversetzen lassen. Das Museum der Stadt Ratingen eröffnet Einblicke in "Himmel und Hölle", unter anderem mit Exponaten von Jan Knap und Blalla W. Hallmann.

Das Unheimliche zieht sich bei dieser Biennale wie ein roter Faden durch Texte und Lieder, Theater(Szenen) und künstlerische Aktionen.
Da gibt es Gruseliges mit Dracula (Vivid Voices in der Abtsküche Heiligenhaus) und anderen Vampiren (Zeittunnel in Wülfrath), Fantasy-Geschichten für Kinder und Jugendliche ("Anubis" von Hohlbein in der Pumpstation Haan) und Aktionen zum Mitmachen, wie die Zick-Zack-Gruselshow in der Neandertalhalle, die Hörspielwerkstatt "Rat von Elrond im Bruchtal" (Steinzeitwerkstatt Erkrath) und die "Nacht der Posträuber" (Bibliothek Langenfeld).
Neben der traditionellen Kriminacht in Erkrath mit "Streif" von Hubertus von Thielmann, liest Silvia Kaffke in der Steinzeitwerkstatt des Neanderthal Museums aus ihrem Kriminalroman "Totenstill", Bodo Primus aus Jan Philipp Reemtsmas "Im Keller" und Klas E. Everwyn aus "Deutzer Blut". Dirk Bach verwandelt die Bücherstadt Langenberg in "die Stadt der träumenden Bücher" nach dem neuen Roman von Walter Moers, Ulrike Schwab trägt in einer szenischen Lesung Passagen aus "Die Wand" von Marlen Haushofer vor, die Saxofonistin Angelika Niescier mit der Band "Sublim" umrahmt "Skurrile und unheimliche Geschichten" des Kabarettisten Jochen Malmsheimer (Hilden), Gabriele Krone-Schmalz präsentiert "Gruselig Makabres aus der Weltliteratur" (Marienburg, Monheim) und Schloss Linnep (Ratingen) wird in einer Rezitation von Dieter Grell zum "Zauberberg" von Thomas Mann.
Im Bürgerhaus in Velbert-Langenberg wartet ein Fahrradabenteuer auf die ganze Familie. In einem verdunkelten Raum steigen die Besucher auf kleine und große Fahrräder, radeln los und aktivieren eine interaktive Videoinstallation "Opus Velo". Die "Verwandlungen" der Cantadoras – ein komödiantisch poetisches Erzähltheater – wird sowohl in Langenberg als auch in Erkrath zu sehen sein. Britta Kungney trägt in der Dückeburg ihr Chansonprogramm "Mordslieder" vor, Eva Maria Hagen singt am Klavier begleitet von Siegfried Gerlich in Ratingen, die traditionelle Schubertiade in Erkrath präsentiert in diesem Jahr den "Gesang der Geister über den Wassern" und Constantin Marinescu inszeniert für das Stadtensemble in Langenfeld "Nachrichten unter dem Messer" von Manfred Stuckmann.

Heimliche Orte, das sind auch die Orte des Privaten, die der Öffentlichkeit nicht zugänglich sind. Unter dem Motto "Tatorte" öffnen 33 Künstlerinnen und Künstler im neanderland ihre Ateliers. Am 30. April und am 21. Mai können alle, die sehen möchten, was dort im Verborgenen geschieht, diese Orte aufsuchen und sich von kreativen Aktionen überraschen lassen.

Geheimnisumwittert tritt diesmal der Neanderländer auf. Er kommt in jede Stadt des neanderlandes, doch immer unerwartet und überraschend. Er weiß Geheimnisse über Orte, die nur Wenige kennen, er legt Spuren, taucht auf und verschwindet – wie von Geisterhand.
geheimnisvoller Neanderländer
Das Programm der Biennale ist im Internet unter www.neanderland-biennale.de nachzulesen. In gedruckter Form ist es sowohl bei der Kreisverwaltung als auch in den städtischen Bürgerbüros, Kulturabteilungen, Museen und Bibliotheken erhältlich.


Die Beteiligten des Projektes
Die neanderland-Biennale ist ein Gemeinschaftsprojekt des Kreises Mettmann und seiner zehn Städte. Die Kulturabteilung des Kreises Mettmann koordiniert das Projekt, verschiedene Arbeitskreise mit Vertreter/Innen aus Kulturämtern, Museen, Bibliotheken und Stadtmarketing haben seit Mitte des Jahres 2004 daran mitgewirkt, dass ein profiliertes Programm mit über 60 Veranstaltungen zusammengestellt werden konnte.


Die Finanzierung des Projektes
Zwei Ministerien des Landes NRW fördern die neanderland-Biennale, das Ministerium für Städtebau und Wohnen, Kultur und Sport (Kulturförderung), sowie das Ministerium für Wirtschaft und Arbeit (Tourismusförderung) steuern jeweils 40.000 Euro zum Projekt bei. Mit weiteren 55.000 Euro sind der Kreis und die kreisangehörigen Städte beteiligt.

Herausgeber:
Pressestelle des Kreises Mettmann

Mail: Presse@kreis-mettmann.de

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